Was sind die Elemente für funktionierende Wertschöpfungsnetzwerke 4.0?

Die Märkte haben bestimmte Erwartungen. Dazu gehört, dass Lösungen immer schneller entwickelt werden und dabei immer präziser auf den Kundenwunsch maßgeschneidert werden müssen. Eine gleichbleibend hohe Qualität und Zuverlässigkeit in der Bereitstellung setzen die Kunden voraus. Verschärft wird diese Tendenz zukünftig durch den globalen digitalen Wandel. Hier zu weiterhin zu bestehen, bedarf es neuer Wege, sowohl in der Organisation als auch in den persönlichen, menschlichen Grundeinstellungen.

Das Modell der Wertschöpfungsnetzwerke soll das bewährte Konzept der Supply Chain dahingehend optimieren, dass die Prozesse und Entscheidungen flexibler, dynamischer und effektiver werden. Die Bündelung von Kernkompetenzen unter Verzicht von Fertigungstiefe, dezentral, ja global organisiert und aufgestellt können die Lösung sein.

Meines Erachtens soll ein modernes Wertschöpfungsnetzwerk diese Elemente grundlegend erhalten:

1. Die Struktur bildet ein Verbund aus Key Accounts und Key Suppliern. Was die Führung und Koordination dieses neu geschaffenen Netzwerks betrifft plädiere ich für einen Vertriebs- und Markt orientierten Key Account Manager, der/die mit dem KA-Team die Marktanforderungen nach innen kommuniziert und das Netzwerk führt und koordiniert.

2. Methodische Grundlage ist ein professionelles und sehr stringentes Projektmanagement. Zwei Modelle bieten sich hier an: „Projektmanagement als kundenorientierte Führungskonzeption“ heißt das Grundlagenwerk des Autorenteams um den Siemens-Manager Ronald Vaupel. Das Buch beschreibt sehr gut ein „Management of / by Projects“. Lesenswert, überlegenswert, aber: Die Entscheidung für dieses Modell verlangt Mut. Desweiteren empfehle ich Projektmanagement nach dem Prinzip der „critical chain“ aus der „Theory of Constraints“ nach Eli Goldratt.

3. Ein wasserdichtes Vertragswesen bildet die Grundlage, quasi das juristische Fundament für die Zusammenarbeit.

4. Eine einheitliche Datenstruktur und Netzwerkarchitektur garantieren einen effektiven Informationsfluss und ein einheitliches Berichtswesen, um operative und strategische Entscheidungen vorzubereiten. Man bedenke, dass so ein Wertschöpfungsnetzwerk global aufgestellt sein kann (verschiedene Mentalitäten, Zeitzonen usw.).

5. Und am wichtigsten, der Faktor Mensch. Er ist es, der auf Grund von Daten und Informationen Prozesse leitet und Entscheidungen trifft. Offene Daten brauchen Vertrauen, Verständnis, Offenheit und die Kultivierung von menschlichen Verhaltensweisen. Deshalb sind wichtig: Eine Kultur der Fehler, eine Kultur des Streitens, eine Kultur des Scheiterns usw. Und das kann auch in sehr traditionellen Branchen funktioneren. Eine Unternehmenskultur ohne Hierarchien.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s