Geldentwertung anno 1457

Der bayerische Silberpfennig aus dem 10. Jahrhundert war ein begehrtes Zahlungsmittel und durch seinen hohen Anteil an reinem Silber so viel Wert, dass man für 60 Pfennige einen ganzen Ochsen kaufen konnte. Dann der Ausverkauf und das königliche Recht Münzen zu prägen, das Münzregal, wurde auf lokale, heute würde man sagen, Lizenznehmer verramscht, die nichts besseres zu tun wussten, als den Silbergehalt sukzessive zu strecken.

In Bayern gab es um das Jahr 1400 mehrere Münzstätten, so u.a. München, Ingolstadt, Regensburg, Landshut u.a., dazu aus dem Umland Salzburg, Passau usw.

Insbesondere der Amberger und Wiener Pfennig zeichneten sich durch Ramschniveau aus. Der Ausdruck Böspfennig bezeichnet nicht nur die ungeliebte Abgabe auf das geliebte bayerische Bier, sondern meinte auch den äußerst gering gewordenen Silberanteil, der von ursprünglich 66% auf gerade mal ca. 30 % gestreckt wurde und der in Massen den süddeutschen Raum überschwemmte bis hin zur galoppierenden Inflation von 1457.

Der stetigen Kontrolle entzogen, entglitt der Wert des Geldes letztlich galoppierend, verdrängte die soliden Währungen (Greshamsches Gesetz) und während sich die Reichen ihre Renditen teilten, blieb der kleine Mann auf der Rechnung sitzen.

Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?

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