Vom Tauschhandel bis zu Derivaten: Die Geschichte des Geldes

Am Anfang war der Tauschhandel. Naturalie gegen Naturalie, bewertet nach dem persönlichen Wert der Beteiligten. Hat super funktioniert.
Irgendwann wurde dann erstmals abstrahiert und der Wert von Waren oder Dienstleistungen in Werteinheiten gemessen. Das Geld war erfunden. Und anfangs entsprach der Materialwert des Geldes dem eigentlichen Wert, so bei Gold- oder Silbermünzen.
Dann wurde weiter abstrahiert und das Geld war plötzlich aus Papier und Blech, hatte also per se keinen Wert mehr, sondern den Wert, der von Staats wegen zuerkannt wurde.
Jetzt kam das Buchgeld, das zunächst Hand geschrieben in Kladden von Banken oder Unternehmen geführt wurde, Zinsen wurden berechnet und aufnotiert.
Mit Einzug der EDV war das Buchgeld unsichtbar digital gespeichert und Überweisungen wurden in blitzschnell per Knopfdruck getätigt. Bis dahin war der Geldmarkt unmittelbar mit dem Wirtschaftskreislauf verbunden.
Dann die Revolution. Es wurden Geldprodukte geschaffen, die, losgelöst von den Wirtschaftskreisläufen, ein Eigenleben führten. „Das Geld ist einfach da“, sagte vor kurzem ein Finanzexperte, und kann fast beliebig in gigantischen Mengen vermehrt werden, oder auch verloren. Folge? Finanzkrise, Schuldenkrise, Dollar-Krise, Euro-Krise.

2 Gedanken zu “Vom Tauschhandel bis zu Derivaten: Die Geschichte des Geldes

  1. Wex Stallion schreibt:


    Dann die Revolution. Es wurden Geldprodukte geschaffen, die, losgelöst von den Wirtschaftskreisläufen, ein Eigenleben führten. “Das Geld ist einfach da”, sagte vor kurzem ein Finanzexperte, und kann fast beliebig in gigantischen Mengen vermehrt werden, oder auch verloren. Folge? Finanzkrise, Schuldenkrise, Dollar-Krise, Euro-Krise.

    Und eben das glaube ich nicht, dass das Geld einfach da ist.

    Es mag die Hoffnung da sein, dass es irgendwann kommt, okay. Das nennt man dann, vereinfacht gesagt, Bilanz. Ich glaube, die Gebrüder Lehmann hatten am 15.09.2008 eine super Bilanz am Start, blöderweise stand nichts (mehr) dahinter.

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    • reinhard_hartl schreibt:

      Schon seltsam. Deutschland mit > 1 Bio. Euro Schulden ist deswegen so begehrt, weil es auf Grund des guten Ratings noch billige Kredite am internationalen Geldmarkt bekommt und die Krisenländer damit füttern kann.
      Gemeint ist übrigens diese gigantische Geldmenge, die völlig losgelöst und abgekoppelt von jeglichen Waren- und Wirtschaftsströmen existiert und eben genau deswegen Schuldenkrisen auslöst. Es ist politisches Geld, buntes Papier, dem Staaten seinen Wert verleiht. Durch nichts gedeckt und abgesichert.

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