Warum ist es so schwierig Erfolge zu wiederholen?

Um uns dem Thema anzunähern, gehen wir zum Fußball. Im einen Jahr Meister, im darauffolgenden Jahr Abstiegskampf. Vielleicht ist es bei Unternehmen, im Vertrieb oder in der Karriere ähnlich?
1. Erfolg hat viele Gesichter, eins davon, und das hört man überhaupt nicht gern, ist Fleiß, ein anderes Begeisterung; letzteres hat hauptsächlich mit Motivation zu tun. Motivation heißt, ein Motiv zu haben, also einen Grund, warum man etwas macht. Und nur hier hat das Wörtchen „warum“, eigentlich eine Killerphrase, seine Berechtigung, nämlich in der Frage nach dem Motiv.
2. Erfolg verpflichtet und weckt Erwartungen, der Druck, diesen gerecht zu werden, steigt und blockiert vielleicht? Eine der Erwartungen ist, diesen Erfolg zu wiederholen, vielleicht sogar noch zu toppen (Meister, Double, Tripple).
3. Der Spieler (Verkäufer, Unternehmer) ist plötzlich mehr wert und diesen Mehrwert fordert er normalerweise auch ein. Wenn jetzt der Anspruch steigt, die Grundlagen für den Erfolg aber absinken (durch Bequemlichkeit, Sattheit, Überheblichkeit, man geht davon aus, dass es so weiter geht, auf dem Erfolg ausruhen . . . ), geht die Schere abrupt sehr weit auseinander. Anspruch und Wirklichkeit haben dann oft nichts mehr miteinander zu tun.
4. Die Gegner sind heiß und übermotiviert und wollen beweisen, dass sie die Besseren sind. Auch hier passt das Bild der Schere, wenn die Motivation der Gegner steigt, der eigene Einsatz jedoch sinkt.
5. Am schlimmsten sind schnelle weitere Erfolge, denn dann ist man wirklich überzeugt, unschlagbar zu sein. Der erste Dämpfer ist noch nicht so schlimm; jede Serie reißt irgendwann. Die zweite, dritte und vierte Niederlage führt dann oft zum Syndrom. Die Krise setzt sich hartnäckig fest. Die Trainerfrage wird gestellt. Das System umgestellt. Neue Spieler eingekauft.
5. Eine Doppelbelastung wie Liga und Champions League haben die anderen nicht. Sie sind ausgeruhter, frischer und immer noch motiviert, den Favoriten zu stürzen.

Jetzt die Demut aufzubringen, die wahren Ursachen rauszufinden, ist schier unmöglich, weil jede Beteiligte selber Teil des Problems ist. Und jetzt den Hintern wieder hoch zu kriegen ist schwer.

Erfolgreich werden ist nicht (so) schwer, erfolgreich bleiben, jedoch sehr.

Ein Beispiel für nachhaltigen Erfolg ist z.B. Walt Disney.

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