„Deutsche Unternehmen setzen auf den angepassten Durchschnitt“

Diese Überschrift finden Sie in folgendem Artikel:

http://arbeits-abc.de/querdenker-als-fuehrungskraft/?platform=hootsuite

Wissensarbeiter, Chancenmanager, Kreativität, Design Thinking, Concept Design . . . braucht das wirklich niemand?

Lesenswert:

Niels Pfläging

Prof. Dr. Wolfgang Vieweg

Edward de Bono

Vera F. Birkenbihl

Jörg Dirbach

Vieles wird propagiert und gebetsmühlenartig gepredigt und wenig angewendet und umgesetzt. Wo sind die Praktiker?

 

Chancenmanager vs. Risikomanager

Ein sehr schöner FAZ-Artikel! „Alle suchen Risikomanager – niemand Chancenmanager“ .

Für mein 5-Minuten-Brainstorming mit einem Birkenbihl-KAWA®

habe ich mir  das Wort  E I N S I C H T   ausgesucht, denn die steht am Anfang.

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Am Anfang steht die Einsicht. Warum? Manager und Führungskräfte sind Problemlöser und kümmern sich vorrangig um Dinge die DRINGEND sind. Dafür werden sie bezahlt, bewundert und befördert.

Chancendenken, Chancenmanagement? Fehlanzeige.

Wenn es dringend ist, einen Brand zu löschen, ist es wichtig, bei Zeiten ein Brandschutzkonzept zu entwickeln. Diese Unterscheidung zwischen DRINGEND und WICHTIG ist elementar und mancher lernt es sein Leben lang nicht. Siehe hierzu auch das „Eisenhower-Prinzip“.

Ist eine Chance eine Handlungsweise, die erstens machbar ist und zweitens allen Beteiligten Nutzen bringt (win-win), dann wäre die einzige Investition unsere Zeit nachzudenken.

Haben wir Ideen generiert und -ganz wichtig- so lange an der Formulierung gearbeitet, bis wir den Kern erfasst und beschrieben haben, dann können wir sie evaluieren, ihren Wert ermitteln. Daraus folgt zwingend der nächste erforderliche Schritt. Dieser reicht von der Beschaffung weiterer Informationen bis hin zum Design eines Konzeptes, wodurch die Chancenidee eine erste Form annimmt. Ein wirklich tolles Tool dafür ist das „Six-Hat-Thinking®

Oder, wenn’s schnell gehen soll, die „Walt-Disney-Methode“.

Das Ganze mündet dann vielleicht in ein Pilotprojekt.

Idealerweise schafft es ein Unternehmen, Chancendenken und Concept Design zu institutionalisieren.

Denken in Chancen, Möglichkeiten, Räumen, Konzepten, Optionen sollte eine zwingende Managerkompetenz werden. Aber: Alle suchen Risikomanager („DRINGEND“) und keine Chancenmanager (WICHTIG).

 

 

 

 

 

Crowdshop GmbH – Ein Regensburger Startup eliminiert Ineffizienzen zum Nutzen mittelständischer Unternehmen

Noch ein Beispiel 4.0 gefällig?

Ich hatte schon über einen smarten Rollstuhl aus dem 3D-Drucker, dem vernetzten Waschsalon und die Plattform von Gisbert Rühe’s Klöckner Stahlhandel berichtet. Umso größer jetzt die Freude über dieses junge Startup vor meiner Haustür. Es geht dieses mal wieder um eine innovative Handelsplattform, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Ineffizienzen bei der Beschaffung zu eliminieren. Nutznießer ist die anvisierte Zielgruppe der mittelständischen Unternehmen im produzierenden Gewerbe.

Regensburg ist mit BMW, OSRAM, Continental hinsichtlich großer Technologieunternehmen und Firmen wie die Maschinenfabrik Reinhausen und zahlreicher weiterer Hightec-KMU kein unbeschriebenes Blatt. Schon allein daher nicht das schlechteste Pflaster für dieses junge Startup.

Was zeichnet Crowdship aus? Über ihre Handelsplattform vermitteln sie mittelständischen Unternehmen Rohstoffe, Betriebsmittel, Maschinen, Werkzeuge oder Montagematerial. Die Missionierungsphase ist vorbei und potenzielle Lieferanten kommen jetzt aktiv auf Crowdshop zu, um sich zu bewerben. So muss das sein.

Die Vorteile für die Kunden?

    1. Günstige Ware, da kein Zwischenhandel und Direktversand von Herstellern an Kunden (bei den meisten anderen Onlineshops hat man den Versand max. von Großhändlern an Kunden).

    2. Alles aus einer Hand (und das Angebotsportfolio wird ständig ausgebaut; für 2016 sollen bereits 500.000 Produkte angeboten werden) – außerdem können Kunden über das Beschaffungstool alles anfragen, was sie benötigen, ganz gleich was es ist.

    3. Service pur: Vor allem bei Marktplätzen hat man das Problem, dass der Kunde nicht weiß, wer eigentlich hinter der Lieferung steckt. Ruft man beim Plattformbetreiber an und nach dem Status fragt, erhält man keine Antwort.

Die Vorteile für die Hersteller?

Eine professionelle Außendarstellung im Internet ist eine kostenlose zusätzliche Werbung UND: Umsatzzuwächse sind garantiert.

Vermutlich sammelt die Plattform ihre Big Data der Angebots- und Nachfrageseite und kann damit sukzessive immer präziser agieren. Typisch Plattform eben. Plattform anbieten, Ineffizienzen eliminieren und nach allen Seiten Nutzen stiften. So entstehen innovative Wertschöpfungsnetzwerke.

Die Gespräche finden ganz à la Silicon Valley in der Küche statt. Sympathisch und effektiv! Erfahrungsgemäß finden dort die besten und fruchtbarsten Gespräch statt UND dort werden die besten Ideen geboren. Im Silicon Valley hat die Küchenkultur einen ganz hohen Stellenwert.

Immerhin schon im vierten Jahr! Wenn man bedenkt, dass 9 von 10 Startups trotz intensiver Analysen und großem Erfahrungsschatz der Investoren scheitern, ein toller Erfolg.

Verkaufen unplugged – Vom Handwerk zur Kunst oder: Wie wird man eine souveräne Verkaufspersönlichkeit?

Einfach verkaufen. Es ist primär keine Frage der Methodik oder der Technik. Es ist eine Frage der Authentizität. Es ist außerdem eine Frage der Persönlichkeit. Sinnvolle und wirkungsvolle Werkzeuge unterstützen die Arbeit. Die souveräne Verkaufspersönlichkeit organisiert sich selber, z.B. über

  • Wochenplan und Wochenabgleich
  • Verkaufstrichter
  • dringend vs. wichtig
  • Vertriebspipeline
  • Hunting 5

Wenige einfache Tools bilden das Rückgrat und das Skelett der Vertriebsarbeit, die jetzt mit Leben gefüllt werden muss. Wie? Mit konkreten, zielführenden Entscheidungen, die zum konkreten, zielführenden Handeln führen.

Eine hilfreiche Grundeinstellung ist, wenn ich lerne mit den Augen des Marktes, des Kunden UND seines Kunden zu sehen.

Eine hilfreiche Sichtweise ist, wenn ich so denke, plane und handle, als wäre dauernd Krise.

Hilfreich ist es auch, wenn ich mir die Frage stelle, was meinen Markt und meine Kunden angreifen und zerstören könnte.

Das größte Kapital sind Probleme und ganz besonders diejenigen Probleme, die meine Branche bei den Kunden schafft. Wenn ich jetzt schaffe, diese Probleme auf EIN Kernproblem (und es ist immer EIN Kernproblem) zurückzuführen, kann ich es gezielt lösen und ein unwiderstehliches Angebot ausarbeiten.

Die Task Force „Vertrieb“ – Wie ein Rudel Wölfe

Wie wollen Sie sich und Ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen? Wollen Sie innovative Geschäftsfelder entwickeln, die den Fortbestand Ihres Unternehmens sichern? Wollen Sie dafür systematisch Zielkunden = Idealkunden definieren, um den Marktzugang zu gestalten? Was Sie dazu brauchen?

Ein Rudel Wölfe funktioniert als eine eigenständige Einheit, die sich selber organisiert, steuert und reguliert. Es ist ein lebendiger Organismus, quasi eine Zelle im großen Ökosystem. Statt Funktionen, Bereichen oder Titeln haben die Mitglieder Rollen. Auf der Jagd zum Beispiel greifen diese Rollen ineinander und die Individuen sind auf Grund ihrer Intelligenz in der Lage, insbesondere auch unvorhergesehene Situationen effektiv zu meistern und das gemeinsame Ziel zu realisieren?

Startups funktionieren in etwas so. Jeder packt überall mit an, der Chef bestellt Pizza, der Programmierer beruft wegen eines Problemes ein Ad Hoc Team und eine Entscheidung trifft diejenige Person, die der Sache am nächsten dran ist. Lebendig, effektiv, gescheit und voll funktionsfähig.

So eine Task Force Vertrieb kann und soll außerhalb der Organisation handeln, also am Establishment vorbei, um das volle kreative Potenzial zu entfalten und erfolgreich zu sein. Sobald das neue Geschäftsfeld läuft, kann es an die Organisation übergeben werden.

Voraussetzungen, damit die Task Force erfolgreich ist:

  1. Markt, Markt, Markt; die rigorose Ausrichtung am Markt; Erfolg hat, wer Probleme erkennt und löst.
  2. Nutzen, Nutzen, Nutzen; Erfolg hat, wer konkreten Nutzen stiftet.
  3. Kunde, Kunde, Kunde; welche Probleme hat mein Kunde UND dessen Kunde?
  4. Ein Pate muss schützend seine Hände über die Task Force halten.

Wie können Sie Ihre Informelle Organisation sichtbar/nutzbar machen?

Bevor es zur Konklusion kommt, zur Auflösung, sind vorab noch wesentliche Informationen über Organisation fällig. Nur die wichtigsten.

Herbst 1987, Vorlesung bei Prof. Dr. Rolf Bühner, Thema: Organisationslehre. Trocken. Irgendwie unlebendig. Und trotzdem: Eins ist mir jetzt noch ganz frisch im Gedächtnis. Die informelle Organisation überlagert die formale Organisation, ja, sie ist sogar die dominante, beherrschende Organisation, die eigentliche Herrin.

Es ist mehr als Zeitgeist; auch ich bin der Überzeugung, dass die 100 Jahre alte Taylor’sche Managementtheorie nicht nur in die Jahre gekommen ist, sondern längst überfällig. Mir kommt gerade das Thema Wasser in den Sinn. Interessante Metapher, ein an sich höchst lebendiges Medium zu sterilisieren, in ein Rohrsystem zu pressen und verschiedenen Funktionen zuzuführen.

Taylor’s Organisationslehre war zu Beginn des Fließbandzeitalters natürlich genial. Oben wird gedacht („gemanagt“), unten ausgeführt („getan“). Und nicht nur in der Produktion, auch in Vertrieb und Verwaltung. Macht basierte Hierarchie, Organisation („Kanalisierung“), Arbeitsteilung, Individualisierung, Druck, Angst bis hin zur Demotivation, Frustration, ja sogar gezielte Verdummung. Noch einen drauf gesetzt haben ab den 80er Jahren die QM-Systeme.

Warum es trotzdem (noch) funktioniert ist den höchst lebendigen Anteilen in Unternehmen geschuldet, dem „Informellen“. In einem Organismus dem Bindegewebe vergleichbar. Höchst präsent und so selbständlich, dass es nicht mehr auffällt. Auch Blut zählt übrigens zum Bindegewebe, unser Lebenssaft, u.a. Transportsystem der alles steuerenden und regulierenden Hormone. Genug der Metaphern.

Informelle Organisation als Ausfluss des „toten“ Managementsystems gebiert pathologische Symptome wie Mobbing, Burnout, innere Kündigung.

Warum also nicht die innewohnende „Lebensenergie“ (die hinter allen „negativen“ Symptomen verborgen ist) nutzbar machen? Wie?

Eine gemanagte Organisation in einen zellulär aufgebauten, lebendigen Organismus zu verwandeln ist schwierig. Widerstände, Ängste können Versuche sabotieren und im Keim ersticken. Also, schaffen wir eine Referenz in Form einer Keimzelle. Ein Team, das sich selbst organisiert und reguliert, ohne Funktionen, aber mit individuellen, authentischen Rollen. Einzige Vorgabe: Die totale, rigorose Orientierung am Markt, dem alles untergeordnet werden muss. Fast drängt sich mir der Begriff „Wolfsrudel“ auf, wäre er historisch nicht so belastet. Nur, wie „funktioniert“ ein Rudel Wölfe? „Ihr“ Wolfrudel würde funktionieren wie in Mini-Unternehmen in Ihrem Unternehmen. Hoch motiviert, effektiv, ohne Verschwendung auf die Aufgabe ausgerichtet. Dezentral werden Entscheidungen von derjenigen Person getroffen, das dem jeweiligen Sachverhalt am nächsten ist („Experte“).

Geben Sie diesem Team noch einen Paten an die Hand, der eine schützende Hand drüber hält und schaffen Sie einen Raum mit einem Klima, das Lebensernergie freisetzt. Und dann, wenn der Erfolg sich einstellt und andere Bereiche im Unternehmen „infiziert“ sind, das Ganze duplizieren.

Und wozu? Vielleicht um eine neues, innovatives Geschäftsfeld zu (er)finden, die kompatiblen Schlüsselkunden akquirieren und ein nachhaltiges Wertschöpfungsnetzwerk zu gestalten?

Ein Systemvergleich zwischen formaler und informaler Organisation folgt in Bälde.